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Die Anrechnung nach § 35 EStG ist vom Gewerbetreibenden in der Anlage G zu beantragen. Doch in der Praxis steckt der Teufel oftmals im Detail, wie der folgende Praxisfall verdeutlicht.

Beispiel: Rainer S. versteht sich eher als Künstler als Handwerker und ist sich sicher, dass er kein Gewerbetreibender ist. Aus diesem Grund erklärt er in der Steuererklärung seinen Gewinn in Anlage S als Freiberufler. Bei der Bearbeitung der Steuererklärung erkennt der Finanzbeamte sofort, dass Rainer S. Gewerbetreibender ist, setzt gewerbliche Einkünfte an und ermittelt für Zwecke der Gewerbesteuer einen Gewerbesteuermessbetrag. Die Anrechnung des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrags unterbleibt jedoch versehentlich, weil in der Anlage S dafür gar keine Antragszeilen vorgesehen sind.

Auf Änderung nach § 129 AO pochen

Oftmals fällt die fehlende Anrechnung erst nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist auf. Was also tun, um an sein Recht zu kommen? In diesem Fall greift § 129 der Abgabenordnung. Denn begeht ein Finanzbeamter eine offenbare Unrichtigkeit (Zahlendreher, Tippfehler oder vergessene Dateneintragungen) oder übernimmt er Fehler des Steuerzahlers, die er bei gewissenhafter Überprüfung hätte erkennen müssen, kann der fehlerhafte Steuerbescheid innerhalb der vierjährigen Festsetzungsfrist jederzeit noch geändert werden.

Tipp: Insbesondere Steuerzahler, die mit dem Finanzamt im Clinch liegen, ob ihre Tätigkeit nun freiberuflich oder gewerblich ist und die den Kürzeren ziehen, sollten ein Augenmerk auf die Anrechnung des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrags, höchstens der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer werfen. Bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent wird die Gewerbesteuerbelastung durch die Anrechnung nämlich komplett neutralisiert.

 

Quelle: DHZ

13.02.2016
 
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